Das Kabarettportal von Kevin Hausen

Fritz und Hermann

Hagen Rether

Wilfried Schmickler

Herbert Knebel

Gerburg Jahnke

Stephan Bauer

Georg Schramm

Die Hengstmannbrüder

Mathias Richling

Badesalz

Wilfried Schmickler

Murat Topal

Wilfried Schmickler

Rainer Pause

Urban Priol

Jürgen Becker

Richard Rogler

Mitternachtsspitzen

Bruno Jonas

Andreas Krenzke

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Wie leicht sich in der großen Halle das höfliche Klatschen des überaus amüsierwilligen Publikums sich in wahre Beifallsstürme verwandeln ließ, zeigte Spider. “Ist das jetzt Gesinnungsapplaus? Ist das jetzt Kabarett?” fragte er zurück. Er wolle doch nur seine Texte vorlesen, und ohne Unterbrechungen wäre das für alle schneller vorbei. Spider ist ziemlich jung, berlinert breit, trägt eine rausgewachsene Punk-Frisur und kann als Ostler am schönsten über den möglichen Wiederaufbau der Mauer spotten: Er würde sich schnell noch eine Westfreundin suchen, “eine hässliche, die sonst keiner will und die immer Kaffee mit rüberbringt und Illustrierte”, notfalls einen Mann, es sei ja bloß bis zur Rente. Spider hätte den größten Applaus des Abends eingeheimst, hätten die Organisatoren nicht zum Abschluss wieder einen bewährten politischen Kabarettisten gebucht, diesmal Matthias Deutschmann.

(Die Berliner Zeitung)

Biographie

1971 - 1987: Ich werde geboren. Von meiner Mutter. In Berlin. In den folgenden sechzehn Jahren lerne ich Laufen, Sprechen, Lesen, Schreiben, Schulgarten Rechnen und Einführung in die Sozialistische Produktion. Die anderen Fächer sind nicht so gut.

1987 - 1990: Ich mache eine Lehre. Am Ende bekomme ich einen Facharbeiterbrief für BMSR-Technik. Am Anfang bekomme ich einen Spitznamen: Spider. Hey, das sind die Achtziger. Es ist cool, es ist Englisch und Andrease gibt es sowieso wie Quallen in der Ostsee. Ich habe den Spitznamen heute noch. Den Facharbeiterbrief kann ich gerade nirgends finden.

1990 - 1994: Es folgt mein faulstes Lebensjahr: Null-Stunden-Kurzarbeit. Ich bekomme Tausend Westmark dafür, zu Hause zu bleiben und nichts zu tun. Ich bin noch so jung und habe schon so viel erreicht. Aber ich mache mir selbst alles wieder kaputt und das Abitur auf der Volkshochschule.

1994: Ich beginne ein Studium der Physik und beende es nach zehn Wochen. Das ist Rekordzeit. Ich verwerfe den Plan von der eigenen Atombombe, und studiere lieber Geografie, weil ich denke, das hilft vielleicht beim Lösen von Kreuzworträtseln.

1996: Ich gründe mit anderen die Berliner Vorlesebühne “Supernova”, die später “Ein Keller Buntes” heißt und heute LSD - Liebe Statt Drogen. Ab jetzt bin ich Schriftsteller.

2000: Ich werde bei den Surfpoeten aufgenommen. Ein feierlicher Initiationsritus: ich muss um 20 Uhr hingehen und mitmachen. Seitdem etliche Auftritte überall in Deutschland, aber auch in der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Dänemark. In Klubs, Theatern, Bars und Goethe-Instituten. Und natürlich immer wieder in Berlin: beim Sonntagsbrandl, beim Blauen Montag, den Maulhelden und beim Kantinenlesen, dem Blauen Mittwoch in Frankfurt.

2003: Jochen Falck und ich produzieren einen Tierfilm, der aber nicht aufgezeichnet und abgespielt wird, sondern live auf der Bühne von uns beiden dargestellt, so wie früher, vor den Erfindungen von Kino, TV und Video, als große Filme - denken Sie nur zum Beispiel an “Romeo und Julia” - jedes mal live auf der Bühne dargestellt werden mussten.

2004: Ein Text von mir erscheint unter der Rubrik “Betroffenenberichte” in der Zeitschrift “Verhaltenstherapie und psychosoziale Studien.” Grundstein für eine spätere Beklopptenrente?

2004/2005: Ich gewinne einen Poetry Slam in Regensburg und zwei in München. Drei völlig neue Erfahrungen.

2005: Am 2. Mai findet die erste Demonstration anlässlich des internationalen Kampf- und Feiertages der Arbeitslosen in Berlin statt. Ab jetzt jedes Jahr. Und nicht nur in Berlin. Bald redet niemand mehr vom 1. Mai. Macht alle mit!!!

2006: Der 1. Januar fällt auf einen Sonntag.

2007/08: Ich werde Nominiert für den Prix Pantheon, Die St. Ingberter Pfanne und den Hamburger Comedy-Pokal. Man muss sich das mal vorstellen: die besten der Besten der deutschsprachigen Kleinkunstszene und ich.

Preise und Auszeichnungen

  • 2004/2005: einen Poetry Slam in Regensburg und zwei in München

Lesungen

Er ließt derzeit aus seinem Buch „Im Arbeitslosenpark“ auf den Lesebühnen Deutschlands und ist insbesondere in Berlin ständig bei den Surfpoeten zu Gast.

Homepage

www.AndreasKrenzke.de

(Foto: AndreasKrenzke.de)

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