Amazon.de Widgets
Empfehlung der Redaktion:
Business-Kabarettist Dr. Jens Wegmann begeistert bei Unternehmensveranstaltungen das Publikum.

Was ist Kabarett – Eine Reise durch die Geschichte des politischen Kabaretts

dieter hildebrandEin kurzer Blick in die politische Landschaft der Bundesrepublik Deutschland genügt vollkommen, um dem Kabarett seine Daseinsberechtigung zu geben.
In sarkastischer, witziger, manchmal auch bösartiger Manier die diplomatischen Fratzen des täglichen politischen Maskenballs herunter zu reißen und den wahren Menschen dahinter zu zeigen, ist und war eine der Aufgaben des Kabaretts.
Das bezieht sich nicht alleine auf die aktuelle Situation. Politisches Kabarett besteht schon lange und es war zu jeder Zeit und in jeder Situation nötig. Dabei konnte Kabarett für die Beteiligten sehr gefährlich werden, denn so mancher politischer Machthaber fand die Darstellung seiner Person nicht ganz so amüsant wie das applaudierende Publikum.

Von Paris nach Berlin

Das Chat Noir in Paris war das erste Cabaret, das im Jahre 1881 in Paris eröffnet wurde und mit folgendem Wortlaut an den Start ging: “… es sollte politische Ereignisse persiflieren, die Menschheit belehren, ihr ihre Dummheit vorhalten, dem Mucker die schlechte Laune abgewöhnen“.
Cabaret bedeutet übrigens einfach nur Kneipe, die dann im Laufe der Jahre auch eine der häufigsten Spielstätten für das inzwischen eingedeutschte Kabarett wurde.
Zwanzig Jahre nach dem Chat Noir eröffnete Ernst von Wolzogen in der Berliner Alexanderstraße 4 die Sezessionsbühne und begründete damit das deutsche Kabarett.
Fast zeitgleich kamen in München die „elf Scharfrichter“ mit ihrem Programm heraus, die sich dann einige Jahre später nach Wien verabschiedeten. Vermutlich waren die Österreicher schon damals etwas aufgeschlossener für politisches Kabarett, denn im Deutschen Kaiserreich war öffentliche Kritik schlichtweg verboten. Erst mit dem Ende des Ersten Weltkrieges konnten die Kabarettisten so richtig vom Leder ziehen, was denn auch getan wurde und die ersten Stars der Szene waren geboren. Otto Reutter, Claire Waldoff, Werner Fink, Hans Deppe, Isa Vermehren, Rudolf Platte, Ivo Veit und natürlich der unvergessliche Karl Valentin und seine Bühnengefährtin Liesl Karlstatt.
Das Kabarett lebt nicht zuletzt von gutem Text und den lieferten zu dieser Zeit unter anderem schon damals berühmte Autoren wie Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Klaus und dessen Schwester Erika Mann.
Mit der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 kamen schwere und dunkle Zeiten auf das deutsche Kabarett zu, da die braune Herrenrasse Kritik an ihrem Größenwahn nicht leiden konnte. Werner Fink wurde interniert und viele andere Kabarettisten flohen ins Ausland.
Erst mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sich eine neue Kabarettistenszene in Deutschland etablieren, durchaus mithilfe der damaligen Besatzungsmächte, die im politischen Kabarett so was wie eine Umerziehungsmaßnahme für Hitlerdeutschland sahen. Dass die Kabaretts nichtsdestotrotz sofort auch die Besatzer aufs Korn nahmen, wurde achselzuckend hingenommen. Kabarett darf nicht frech sein, es muss frech sein.

„Das neue Deutschland“

Während das eine der Titel einer Parteizeitung im geteilten Deutschland war, deren Herausgeber fast genauso Rabiat mit Kabarettisten umsprang wie die Nazis, war der Begriff ein hervorragendes Stichwort für eine neue Generation von Kabarettisten im westlichen Deutschland, die den Wiederaufbau und das folgende Wirtschaftswunder kritisch begleiteten. Denn allzu neu war dieses Deutschland nicht und auch deren politischen Lenker hatten teilweise eine recht dunkle Vergangenheit.
Doch die Freiheit der freien Rede war und ist gegeben und verhalf dem Kabarett zu neuer Blüte und von Süd und West nach Nord und Ost schossen neue Bühnen aus dem Schutt und Staub der Nachkriegsjahre. Berlin, Düsseldorf und München bildeten dabei ein kabarettistisches Dreieck, an deren Ecken sich die kommenden Stars entwickelten.
Dieter HildebrandtHans Dieter Hüsch, Klaus Havenstein, Sammy Drechsel, Wolfgang Neuss, Heinz Erhardt und Günter Pfitzman, um nur einige zu nennen, waren die Begründer eines neuen und äußerst bissigen deutschen Kabaretts.

Ihre Nachfolger und Erben tragen die Botschaft weiter, dass nämlich Politik auch nur Theater ist und im Grunde jeder Mensch ein Mitwirkender.
Bruno JonasUrban Priol, Matthias Beltz, Mathias Richling, Lisa Fitz und Georg Schramm sind einige der Nachfolger, die nun mit einer Kunstform konkurrieren müssen, die sich ab und zu den Anstrich von Kabarett geben will oder einen Mix aus beidem darstellt.

Die Comedy, im englischen Sprachraum schon länger Populär, nimmt die Schwächen des einzelnen Menschen auf und parodiert diese, wirkt aber nur am Rande politisch.
Der größte Unterschied ist in den Inhalten zu finden. Während sich die Comedy auf die Verulkung von Alltagssituationen bezieht, nimmt das Kabarett Stellung zur politischen Szene und deren Protagonisten. Wobei es so manchem Künstler sehr gut gelingt, die beiden Unterhaltungsformen gut miteinander zu vereinen. Wie etwaDieter Nuhr oder Andreas Rebers.

Das Kabarett in Deutschland lebt und das ist ein großes Glück für die Menschen, die einfach nicht alles glauben wollen, was ihnen die Politiker versprechen und erzählen.

Neue Artikel / Alle Artikel anzeigen

TV Tipp: Ladies Night am 22. Juni im WDR Fernsehen

| Fernsehen | No Comments

Samstag, 22. Juni 2013, 21.45 – 22.45 Uhr Ladies Night Jubiläum: 25ste Ausgabe! Es ist die einzige Kabarett- und Comedyshow im deutschen Fernsehen mit reiner Frauenbesetzung und kann seit dem…

TV Tipp: Prix Pantheon 2013 – Die Gala am 15. Juni im WDR Fernsehen

| Fernsehen | No Comments

Samstag, 15. Juni 2013, 21.40 – 23.40 Uhr Prix Pantheon 2013 – Die Gala Prix Pantheon 2013 – Die Gala Mit den Stargästen Dieter Hildebrandt, Jochen Malmsheimer, Piet Klocke, Gernot…

Die Mitternachtsspitzen vom 25.05.13 (Video)

| Media | No Comments

Mitternachtsspitzen vom 25. Mai 2013, Polit-Kabarett mit Jürgen Becker, Wilfried Schmickler (Uli aus Deppendorf) und Uwe Lyko (Herbert Knebel), diesmal zu Gast sind Christian Ehring, Martina Schwarzmann und Thomas Freitag….

TV Tipp: Prix Pantheon 2013 am 26. Mai im WDR Fernsehen

| Fernsehen | No Comments

Sonntag, 26. Mai 2013, 23.30 – 00.00 Uhr Prix Pantheon – Der Wettbewerb Prix Pantheon 2013 – Der Wettbewerb mit Torsten Sträter, Senkrecht & Pusch und Maxi Schafroth. Moderator Hennes…